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Blatter sieht alt ausallen
Seit gestern bin ich Grossvater! Allen Blatter hat gestern Mittwoch 1. Februar 2012 nach einer schweren Geburt in den Abendstunden das Licht der Welt erblickt.
Das schnuckelige Kerlchen und seine Mutter, Schwiegertochter Aenni, sind wohlauf - das ist das Allerwichtigste. Und mein Sohnemann Erik ist happy. Dass mich Allen alt aussehen lässt, stört mich überhaupt nicht, im Gegenteil, ich versuche dieses Schicksal mit gebührender Würde zu tragen! (Update 2.2.2012)

 



Wechselbadwylerbuch

Bin morgens um 4 Uhr immer noch hellwach. Was ist los? Weil ich wieder mal Brücken eingerissen habe und mich seither recht beschissen fühle? Oder ist's die Vorfreude auf mein Wylerhüsli-Buch, das in den nächsten Tagen ausgeliefert werden dürfte? Als ich endlich pennen kann, durchträume ich wirre Bilder.

Morgens ein Anruf von Sohn Erik: "Du, uf mym Pult liegt ds erschte Wylerhüsli-Buech! Wosch es cho hole?" Natürlich will ich! Fahre sofort nach Belp - und werde zusehends nervöser und unsicherer. Sohnemann wartet schon vor der Druckerei und drückt mir das fast noch "warme" Buch in die Hand. Es verbrennt mir fast die Finger, ich wage kaum darin zu blättern! Weg ist das Gefühl von Freude und Genugtuung. Panik beschleicht mich. Was, wenn ich grobe Fehler gemacht habe, irgendwas Wichtiges übersehen habe? Mich deshalb gar blamiere? Wenn die Qualität nicht stimmt? Den ganzen Tag wage ich nicht es richtig zu begutachten. Herrschaft, bin ich denn ganz durchgeknallt? Und ich bin sicher: kaum wird das Buch im Handel sein, wird einer auftauchen und sagen: "Hey, ich besitze Fotos vom Abbruch der Wylerhüsli!" Fotos, nach denen ich jahrelang vergeblich gesucht habe...

Item. Das Buch ist nun gedruckt, gebunden und wird wohl morgen oder übermorgen von der Druckerei ausgeliefert. Es kann aber schon jetzt für Fr. 25.- plus Porto über www.wylerhuesli.ch bestellt oder ab Samstag morgen in der Buchhandlung sinwel oder in der Münstergass-Buchhandlung in Bern direkt gekauft werden. (Update 23.11.2011)

 


 

Ready to take off

Heute abend fliege ich zurück in die Schweiz. Jetzt tue ich das, was ich immer tue am letzten Tag in Bangkok: ich haue mich vor die Glotze und schaue auf Cartoon Network Tom und Jerry. Katz und Maus werden täglich seit Jahren ab 11 Uhr gesendet. Gehört irgendwie zum Abschiedsritual. Und lass mir dabei die nun verflossenen Ferien durch den Kopf gehen. Sie sind diesmal völlig anders verlaufen als geplant. Das Hochwasser hat sie weitgehend bestimmt, die Reiseroute vorgegeben. Und irgendwie bleibt da ein unguter Nachgeschmack: Wenn ich an all die tausende Menschen denke, die ihr Obdach verloren haben, weil das Gebiet nördlich von Bangkok geflutet wurde, um die Innenstadt trocken zu halten, damit das Geschäftsleben dort fast ungehindert weiterlaufen kann, die Touristen trockenen Fusses ihre Ferien geniessen und ihr Geld ausgeben können, beschleicht mich ein ganz schlechtes Gewissen. Aber vermutlich bringt diese Variante wohl den weniger verheerenden Schaden für Thailands Volkswirtschaft. Wenn Bangkok untergegangen wäre, würde das unweigerlich zum Kollaps führen. Tragisch sind die Folgen dieses Jahrhundert-Hochwassers so oder so. (Update 4.11.2011)

 


 

Wiedersehen mit Pius

Heute abend ruft mich mein Sport-Fotografenkollege Pius Koller vom Airport Suvarnhabumi aus an, er ist soeben gelandet. In 3 Tagen wird er in den Süden weiterreisen. Für 2 Wochen hat er der laufenden Eishockeysaison ade gesagt. Und ich werde wohl oder übel nächsten Dienstag wieder in diese eingreifen müssen - übel! Wir treffen uns im Suda Restaurant zum gemeinsamen Znacht. Wie es auch für uns mittlerweile zur Tradition in Bangkok wird, essen wir in Bananenblätter eingewickeltes gebackenes Huhn, Gemüse und Reis. Mit diesem ausgezeichneten Essen habe ich vor Jahresfrist Pius wenigstens halbwegs zu Thaifood "bekehren" können. Einen kleinen kulinarischen Stilbruch leistet er sich aber: es müssen auch "Fensch fäi" (french fries) auf den Tisch! (Update 3.11.2011)

 


 

Gute Miene in Bangkokflut

Vorsichtshalber haben viele Geschäftsleute an der Sukhumvit Betonmauern vor ihren Geschäften hochgezogen, um sie vor dem Hochwasser zu schützen. Man hat die Fröhlichkeit trotz der misslichen Lage nicht verloren - ein Schneider bietet mir sogar Hochwasser-Rabatt an, wenn ich über seine Mauer klettere und mir eine Schale machen lasse! Im ganzen Quartier gibts nicht eine einzige Dose Bier oder ein Tetrapack Fruchtsaft zu kaufen. Habe heute nachmittag vergeblich 10 Läden abgeklappert. Die Kühlschränke werden leerer und leerer. Selbst Knabberzeugs ist alle. Nachschub ist nach wie vor unmöglich, weil Bangkoks Innenstadt zwar trocken, aber umflutet ist. (Update 2.11.2011)

 


 

Abschied von Stuckisstuckis

Traditionsgemäss bin ich am letzten Abend auf Koh Samui bei Nestor und Eh Stucki-Patthama zu Nudeln, Gemüse und zartem Fleisch vom Kobe-Rind eingeladen. Die YB-Flagge ist gehisst, als ich mit dem Motorbike vorfahre. Nestu ist bekennender YB-Fan trotz Auswanderung vor 12 Jahren. Jeder Blick rundum im Wohnzimmer bestätigt das: YB-Tischtuch von Eh gehäkelt, YB-Wimpel, YB-Schlüsselanhänger, YB-Kappe, YB-Halstuch, YB ist allüberall!

Sofort erhalte ich von Küchenchef Stucki einen Verweis, weil ich zu pünktlich erscheine: "Me chunnt e Viertuschtung früecher als abgmacht wägem Aperitif!" Aha! Das dürfte ich in meiner Verwandtschaft aber nicht bei allen machen... Die Thailänderin Eh erinnert sich lachend, dass ich extra für sie Som Tam (scharfen Papayasalat) zubereitet habe, als mich das Ehepaar vor vier Monaten während seinen ersten gemeinsamen Ferien in der Schweiz besucht hat. Ihr Lachen ist ansteckend. Eine Foto über dem Sofa bezeugt ihren Ausflug aufs Jungfraujoch, beide im Chüejermutz! Traditionen werden bei Stuckis eben hoch gehalten - und das ist gut so. Deshalb bin ich schliesslich wieder mal zu Kobe-Fleisch gekommen. (Update 2.11.2011)

 


 

Zelte langsam abbrechencoconut

Gestern kam ein entwarnendes SMS von Housi aus Bangkok - die Lage hat sich wirklich etwas beruhigt. Seine Busfahrt von Buriram zur Metropole hat ihn zwar durch gewaltige Wassermassen geführt.

Auch ich buche heute für Mittwoch den Rückflug von Koh Samui nach Bangkok.

Nun habe ich definitiv kapiert, dass meine bevorzugte Bleibe in Lamai zu Recht Coconut Beach Resort heisst: heute haben Arbeiter haufenweise Kokosnüsse von den Palmen runtergeholt, damit ja niemand eine Nuss auf die Nuss kriegt und erschlagen wird! (Update 1.11.2011)

 


 

Lichtblick über Bangkok

Heute morgen telefoniere ich erneut mit dem Huttwiler Hape in Bangkok. Die Innenstadt ist unversehrt geblieben. Der Wasserpegel sinkt ganz langsam. Zwar seien die Regale in den Läden fast leer, aber in den Hotels und Restaurants sei immer noch kein Versorgungs-Engpass auszumachen. Das heisst nichts anderes, als dass Bangkok bedenkenlos angesteuert werden kann. Und dass der internationale Airport Bangkok Suvarnhabumi wohl definitiv weiterhin funktioniert. Das sind Aussichten! Ob ich nun doch schon früher nach Bangkok zurückfliege, um mich von Housi zu verabschieden?

Gestern habe ich in der BZ-Mailbox eine Message von Tinu gefunden - der erfahrene Thailand-Reisende hat mir schon letzten Mittwoch Ueberlebenstipps zukommen lassen. Das habe ich extrem nett gefunden, merci Tinu! Trinkwasser habe ich in der Zwischenzeit gehortet, und eine Taschenlampe (mit Dynamo) begleitet mich ohnehin auf Reisen; die genannten Blogs werde ich natürlich reinziehen. (Update 30.10.2011)

 


 

Kritischer Punkt erreicht

Gewaltige Wassermassen fliessen unaufhörlich auf Bangkok zu. Heute Samstag abend um 18.00 Uhr soll der Höhepunkt der Flutwelle bevorstehen.

Heute mittag habe ich mit Hape, einem Huttwiler, telefoniert. Er ist gestern nach Bangkok Suvarnhabumi geflogen und will am Sonntag abend in die Schweiz zurückfliegen. Hape wohnt zurzeit in einem Hotel nahe der Sky-Railway-Station Nana im Zentrum Bangkoks. Ausser hunderten von Sandsäcken sei vom Hochwasser an diesem Abschnitt der Sukhumvit, einer der wichtigsten Geschäftsstrassen Bangkoks, nichts zu sehen. Klingt beruhigend. Dabei melden seit gestern die Medien unaufhörlich, nun sei auch die Sukhumvit unter Wasser. Fast stündlich konsultiere ich die Webcam auf dem Landmark Hotel an der Sukhumvit - von Wasser keine Spur. Den Medien traue ich ohnehin nicht. Zuviel wird vereinfacht und zurechtgebogen. Das kenne ich zu gut...

Barbie Yingluck Shinawatra, Thailands Ministerpräsidentin, versprüht in den Medien weiterhin Optimismus und macht gute Mine, spielt nach wie vor die Gefahren herunter. Oder habe ich schlicht den thailändischen Way of Life immer noch nicht begriffen?

SMS von Housi: er befindet sich immer noch in Buriram und hat für Montag eine Busfahrt nach Bangkok gebucht; am Dienstag muss er Thailand Richtung Bali verlassen, weil sein Visum abläuft. Telefon von Fotografenkollege Pius Koller: er will am Mittwoch von der Schweiz aus nach Bangkok fliegen. Wir haben uns ursprünglich zum gemeinsamen Znacht in Bangkok verabredet. Wir tauschen Infos aus, müssen die Skype-Verbindung jedoch mangels Qualität abbrechen. (Update 29.10.2011)

 


 

Die bange Frage

Hält er oder nicht? Der Damm rund um den internationalen Airport Bangkok Suvarnhabumi. Diese Frage verbindet. Nationenübergreifend. Jeder versucht sich beim andern neue Informationen zu holen. Schliesslich will/muss jeder irgendwann mal retourfliegen. Denn gemütlich ist die Lage nicht, obschon Koh Samui ja gar nicht betroffen ist vom Jahrhunderthochwasser in Thailand. Es ist die Versorgungslage, die beunruhigt: im Lotus, dem Supermarkt in Lamai Beach, gibt es keine einzige Flasche Trinkwasser mehr zu kaufen, weil der Nachschub zusammengebrochen ist. Die Menschen hier haben Hamsterkäufe getätigt - ich gebe es ja zu, auch ich. Die Kühlschränke in den Seven-Eleven-Filialen werden leerer und leerer. Aber ich entscheide, mich einstweilen hier stille zu halten und abzuwarten. (Update 28.10.2011)

 


 

Happy Landing in Koh Samuisamuiairport

Bin wohlbehalten auf dem Koh Samui Airport angekommen, dem wohl schönsten Flughafen der Welt mit seinen typischen Elektromobilen, welche die Farangs unter Palmen zum rundum offenen Terminal und später zurück zur Maschine wägelen. Auf dem einzigen Rollfeld herrscht stets Hochbetrieb, ein Kommen und Gehen fast im Halbstundentakt. Der Flughafen gehört den Bangkok Airways, deshalb können nur sie sowie ihre Mutter Thai Airways starten und landen - und damit die Gebüren bestimmen. Keine Binnenflüge sind so teuer wie jene nach Koh Sasmui. (Update 26.10.2011)

 


 

Vernetztdraht

Drahtsalat an fast jedem Telefonmasten - Kommunikation à la Thailand, aber sie funktioniert bestens. Meistens. Heute legt zwar ein Gewitter das ganze Quartier lahm: Strom weg - nichts geht mehr, keine Aircondition, kein Ventilator, kein Bankomat, keine Kasse, keine automatische Türe, kein Licht, nichts. Während einer geschlagenen Stunde. Beim Internet dauert es wiederum etwas länger, bis die Verbindungen klappen. Ich will endlich einen Flug nach Koh Samui buchen und hier weg. Weg aus dieser Falle, vielleicht in die nächste Falle. Die Hochwasser-Situation ist nach wie vor undurchsichtig. Das Reisebüro um die Ecke hat eher wieder Verbindung ins Netz als wir im Hotel. Housi ersteht stattdessen ein Busbillett nach Buriram. Da mein Bedarf an Busfahrten einstweilen gedeckt ist und ich auf weitere 15 Stunden in so einer Kiste verzichten kann, entscheide ich, vorerst einen anderen Weg zu gehen. Vielleicht treffen wir uns dann in einer Woche wieder in Bangkok, vorausgesetzt Bangkok ist inzwischen wieder voll zugänglich und nicht gänzlich vom Hochwasser durchspült. (Update 25.10.2011)

 


 

Wiedersehen mit Michels

michels

Pathumtip, Joel und Hanspeter Michel

Am vormittag fährt ein Polizeiwagen der Tourist Police vor unserem Hotel vor. Ihm entsteigen "Mäikel", der Tourist Policmen, seine Frau Tip und Söhnchen Joel. Die drei habe ich letztes Jahr zum letztenmal gesehen. Während Housi es vorzieht, nach gemeinsamem Kaffee und Geplauder sich am Pool zu räkeln, fahre ich mit Michels zu einem Floating Market - einem Ballenberg für Thais. Der ausgewanderte Böniger hat nun einen Job als Beach Guard in Ban Phe angenommen und gibt Kurse, wie man sich in der heimtückischen kaum sichtbaren Meeresströmung notfalls verhalten muss um überleben zu können. Hat im Eigenbau allerlei Hilfsgeräte gebastelt, damit er Menschenleben retten könnte. "Wenn i eenisch emene Chind chönnt ds Läbe rette - hey Mann, das we ds Gröschte für miech!" sagt er im Oberländer Dialekt. Vor ein paar Tagen fuhr Michel mit einem Hilfskonvoi ins überschwemmte Gebiet nördlich von Bangkok und brachte Trinkwasser und Lebensmittel zu den Bedürftigen. (Update 24.10.2011)

 


 

Versorgungslage

leer

Gähnende Leere in einem Kühlschrank im SevenEleven - die Versorgungslage in Südthailand wird enger. Wegen des Hochwassers können nicht mehr alle Lebensmittel sofort angeführt werden. Dass es ausgerechnet den Schrank mit allerlei Getränk betrifft, stimmt nicht so zuversichtlich... Hätten wir nicht doch besser im Norden bleiben sollen? Bangkok ist offenbar nun teilweise geflutet. Internet funktioniert hier nicht. Jedenfalls zurzeit nicht. Aus thailändischen TV-Programmen ist nur schwer Brauchbares herauszuklauben. Die grossen internationalen TV-Stationen wie BBC und DW haben die Flutkatastrophe von Thailand längst ad acta gelegt... (Update 24.10.2011)

 


 

Die Busfahrt

Mich bringt keiner so schnell wieder in einen thailändischen Bus! Die Fahrt in den Süden hat geschlagene 16 Stunden gedauert. Natürlich viel länger als normal, weil die beiden Drivers überschwemmtes Gebiet rund um Bangkok haben umfahren müssen. Der eine der Schüttelbecher-Fahrer muss wohl mehrmals kurz eingenickt sein, ist beinahe auf einen Sattelschlepper aufgefahren und hat unzählige Bodenwellen und Schlaglöcher mit vollem Tempo "gefressen". Ich habe kein Aug voll geschlafen. Housi hat eine Pille eingeworfen und von all dem kaum etwas gemerkt. Dabei habe ich wieder mal etwas gelernt: Buche nie einen Sitz zuhinterst, gleich vor dem Scheisshaus! War das ein Geläuf, Gefurze und Gestinke die ganze Nacht! Aber beim Buchen waren eben nur noch die beiden hintersten Plätze frei, wir hatten keine andere Wahl. Ankunft morgens um 7 Uhr am Golf von Thailand. Hotelsuche, Zimmerbezug und schlafen, schlafen, schlafen! (Update 22.10.11)

 


 

Das Parfüm

Housi hat unter seinem Bett zufällig ein damenloses Parfümfläschen hervorgeklaubt. Und bittet mich nun, das Handgelenk darzureichen, um den Riechtest machen zu können. Kaum lenke ich ein, drängt er mich in eine Zimmerecke und sprayt mich mit dieser aufdringlichen Essenz ein - von Kopf bis Fuss! Wohl bis das kleine Fläschen fast ganz leer ist. Dieser Depp! Nur mit einem Hieb gegen seinen Solar Plexus kann ich mich aus der misslichen Lage befreien. Eine Hotelangestellte, Bee, weicht entsetzt zurück, als ich zu meinem Zimmer runtersteige: "Ooh, you smel velly stong, Lesu!!" Also nochmals unter die Dusche und das Zeugs abwaschen, das einem ja das Wasser in die Augen treibt! So könnte ich unmöglich heute nachmittag den Bus südwärts besteigen, denn Thais sind sehr enpfindlich gegenüber Körpergerüchen. (Update 21.10.11)

 


 

No einisch Buume

"I bi usem Spitau cho! Gniesset d Ferie." Das Uersus SMS-Text heute. Hey, das ist eine freudige Nachricht. Lässt mich wahrlich die Ferien in vollen Zügen geniessen. (Update 20.10.2011)

 


 

...und noch was!

Uersu Buume ist über dem Berg! Im Wat Rong Khun, aber auch sonstwo, habe ich immer an ihn denken müssen. Heute abend rufe ich ihn an. Es war der Blinddarm! Und der ist inzwischen aus dem Uersu raus. Und mit ihm der grosse Schmerz. Frohe Kunde. (Update 19.10.2011)

 


 

Wat Rong Khun

Schon seit Jahren ist es mein Wunsch, den weissen Tempel Wat Rong Khun 13km ausserhalb von Chiang Rai zu besuchen. Wir besteigen einen brätschvollen öffentlichen Bus am Bus Terminal. Eine Frau muss sich vor der Abfahrt umplazieren lassen, weil als letzter Fahrgast ein Mönch einsteigt und der nicht neben einer Frau sitzen darf. Nach wenigen hundert Metern steigen noch weitere 12 Passagiere ein und lassen sich im Gang und auf den Ausstiegstreppen nieder. Die Fahrt kostet 20 Baht (60 Rappen). Es ist ungemütlich eng. Wir, die beiden einzigen Farangs im Bus, müssen als erste aussteigen und kämpfen uns über die Leiber. Aber dann stehen wir vor dem Wat Rong Khun! Ich bin fasziniert: er wirkt wie ein Zuckergebäck. Die surrealistischen Fresken im Innern erinnern an Salvador Dali. Seit 1997 arbeitet der durchgeknallte thailändische Künstler Chalermchai Kositpipat am Tempel. Zuerst sah er den Bau als Opfer an Buddha. Später änderte er seine Pläne, als er sah, dass Wat Rong Khun eine wichtige Rolle spielen könne, um sowohl Einheimische als auch Touristen anzuziehen. Und die Tempelanlage ist bei weitem noch nicht fertig. Der Besuch ist erstaunlicherweise gratis, aber im angegrenzten Museum sind Drucke des Künstlers und allerlei Souvenirs zu kaufen. Der Wat Rong Khun besteht aus weiss gestrichenem Beton und tausenden von kleinen Spiegelchen, die ihn je nach Wetter anders erscheinen lassen. In seinen Weiern schwimmen wohl hunderte von grossen Koys.

Die Hochwassersituation scheint sich offenbar zuzuspitzen: Nestor, unser Freund in Koh Samui, teilt uns mit, dass die Schweizer Botschaft ihre Landsleute angewiesen hat, Bangkok auf jeden Fall zu meiden. Wo sollen wir hin? (Update 19.10.2011)

 


 

Zytglogge - over there!

Clock Tower - die thailändische Ausgabe des Zytgloggeturms

 

Eine Busfahrt muss zuerst verdient sein! Eine geschlagene Stunde stehen wir trotz Reservation in Chiang Mais Bus Terminal an einem der 10 Schalter an, bis wir endlich unsere Fahrkarten erhalten. Die anderen 6 für Fahrten nach Bangkok sind geschlossen, weil diese Destination wegen des Hochwassers seit Tagen nicht mehr angefahren werden kann.

Nach 3stündiger Nieselregen-Busfahrt durch gebirgigen Dschungel und reisbewachsene Hochplateaus treffen wir in Chiang Rai ein. Hinter uns hat einer in eine gelbe Tüte gekotzt.

Wo ist unser Hotel? Housi klaubt einen Zettel hervor, auf dem er zwar den Namen, nicht aber die Adresse notiert hat. Mehrere Erkundigungen nach Hotel B2 verlaufen sich im Ungewissen. In einem Coffee Shop pumpt Housi endlich den elektronisch gespeicherten Voucher der Internet-Buchung herunter und notiert sich die Adresse (nicht um vorher die Börsenkurse abzufragen und hernach zu jammern über weiter verlorenes Geld): Sangkorgchang Road, Soi 4. So wie wir das aussprechen, versteht das aber kein Thai! Die Serviererin spricht gut Englisch und kennt aber offenbar das Hotel B2. Sie weist uns Richtung Clock Tower und weist uns - over there! Unter Clock Tower können wir uns vorerst nichts vorstellen - bis wir ihn vor uns sehen: die thailändische Version des Zytgloggeturms mitten auf einer Kreuzung! Wir rollen unsere Rollies Troittoir rauf und runter bis zum Stadtrand: Da! Das B2! Aber es entspricht in keiner Form dem Bildli im Internet! Können Bilder so lügen? Zwei Thais eilen herzu, weil sie unsere fragenden Mienen richtig interpretieren. Der eine spricht englisch: "Ooh, Chiang Lai tuu Biituu Hoteu! Go bä clo taue töön light hän än go over there!" Aha. In Chiang Rai gibt's zwei B2! Holpern also wieder am Zytglogge vorbei und drehen rechts, aber da waren wir schon. Scheisse! Fragen mehrere Tuktuk-Fahrer: sie kennen das B2 nicht wirklich. Aber alle weisen uns zum Clock Tower und - over there! Kapun-khrap! Ein ranghoher Polizist, der manuell eine Ampel an einer Kreuzung leitet, greift per Knopfdruck subito in den Verkehrsfluss ein, lässt uns dank skurrilen Armbewegungen wohl gefahrlos die Kreuzung überqueren, nicht ohne uns lächelnd das Losungswort mitgeteilt zu haben: Over there! Nach anderthalb Stunden finden wir es, das B2. Am andern Stadtrand von Chiang Rai. Hier ist nichts mehr englisch angeschrieben, nur noch in der Röuelischrift der Thais. Inmitten von zwielichtigen Karaoke-Bars. Dummerweise haben wir zwei Nächte gebucht. Uebrigens ist es sehr kalt hier, wir frieren in T-Shirts und halblangen Hosen - das in Thailand! Hier werden wir nicht alt. (Update 18.10.2011)

 


 

"Solly Söl, wi no häb!"

Es regnet. Mal nicht, mal stark. Wasser, das sofort südwärts fliesst und Südthailand überflutet. Dramatische Meldungen in den Medien überstürzen sich, widersprechen sich. Es ist wohl vernünftiger vorerst im Norden zu bleiben. Telefonisch versucht Housi heute nachmittag zwei Bus-Tickets von Chiang Mai nach Chiang Rai zu reservieren. Die Lady am Telefon weist ihn an zur Bank zu gehen und dort den Reisebetrag einzuzahlen. Etwas erstaunt zotteln wir los und versuchens bei der Siam Commercial Bank. Die Frau am Schalter weiss von nichts: "Solly Söl, wi no häb!" sagt sie auf Thinglish (Thai-Englisch). Also versuchen wir es bei der TMB Bank: "Solly Söl, wi no häb! Go seven ileven." Also eilen wir zum nächsten Seven-Eleven, einer Lebensmittel-Ladenkette, die in ganz Thailand verbreitet ist. Das macht für uns Sinn. Schliesslich kann man auch im Seven-Eleven seine Thai-SIM-Karte aufladen lassen. Aber auch dort der niederschmetternde Bescheid: "Solly Söl, wi no häb!" Bei der Kasikorn Bank und der Bank of Ayudhya das selbe negative Ergebnis. Erneuter Versuch bei der Thanachard Bank; aber die junge Frau am Schalter sagt: "Mii no ingliss." und ruft getragen von einem honigsüssen Lächeln eine ältere Kollegin zu Hilfe. Die schickt uns nach einem weiteren "Solly Söl, wi no häb!" erneut zu der Siam Commercial Bank. Ungläubig hetzen wir durch den mittlerweile strömenden Regen im Wettlauf mit der schwindenden Schalteröffnungszeit zum Hauptsitz der Siam Commercial Bank. Eine nette violett gekleidete Dame weist uns in der riesigen, pompösen Schalterhalle zu einer Warteschlange. Ich stehe schon mal an, während Housi an einem Stehpültchen, wo es Schreibzeugs gibt, nochmals mit der Bus Station Kontakt aufnimmt. Endlich ist die Reihe an mir - ich pfeife Housi heran. Inzwischen hat unsere Unterhaltung eine Phonstärke erreicht, dass sich erste Bankkunden nach uns umdrehen... Gerade will der uniformierte Herr hinter dem Schalter ebenfalls zu einem "Solly Söl, wi no häb!" ansetzen, als Housi ihm entschlossen sein Handy ans Ohr hält. Die Lady von der Bus Station ist nämlich immer noch dran und hat sich dank seines Charmes mindestens 5 Minuten hinhalten lassen. Die beiden Thais thaien miteinander. Plötzlich hellt sich die Miene des Schalterbeamten auf, und er sagt mt einem entwaffnenden Lächeln: "Ooh, wi häb!" Holt ein Formular, füllt es aus und knallt zwei Stempel drauf - wir sind stolze Besitzer eines Vorkaufsrechts auf zwei Bus-Tickets! Thailand pur! Versuche mal in der Schweiz am Hauptsitz von UBS oder Credit Suisse ein Busbillett von Bern nach Finsterhennen zu erstehen... (Update 17.10.11)

 


 

Schlechte Nachrichten

Gerade als ich mein erstes Süppchen in Thailand der Gepflogenheit entsprechend zu Ehren von Arbeitskollegin Daniela Bacchi genehmige - ein feines grünes Curry-Süppchen mit Chicken - erreicht mich eine SMS von Pellerine, dem Chef: Der Uersu Baumann, unser Kollege, liege im Spital, die Aerzte seien ratlos! Sofort schreibe ich zurück und will mehr wissen, aber meine Message kreist irgendwie um den Erdball, kommt nicht oder nur verspätet an. Also rufe ich den Chef an. Der Uersu sei im Büro zusammengeklappt vor Schmerzen im Bauch. Und liege nun seit Freitag im Sonnenhof-Spital. Er sei aber ansprechbar. Später im Hotel versuche ich Uersu zu erreichen. Er nimmt ab, aber wirkt sehr matt. Es gehe ihm etwas besser, aber er hätte immer noch keinen Bericht von den Untersuchungen. Uersu, der Housi und ich, wünschen Dir aus Chiang Mai von Herzen gute Besserung und: Häb Sorg zue Der! (Update 16.10.11)

 


 

 

Frischi zwei entdeckt!

Vor einigen Jahren entdeckten Housi und ich bei unserem ersten gemeinsamen Besuch auf Koh Samui in einem Restaurant einen Fisch in einem Aquarium, der uns an unseren ehemaligen Kollegen Frischi erinnerte, weshalb wir den Fisch sofort Frischi tauften, ihn bei jedem Besuch mit einer Verneigung begrüssten - sehr zum Erstaunen der andern Gäste! Auch Kollegin Daniela Bacchi übernahm diese Zeremonie bei ihren gelegentlichen Besuchen in ihren Ferien. Nach Jahren trafen wir das Aquarium auf einmal leer an, Fisch Frischi hatte offenbar den Umzug des Restaurants an einen andern Strassenabschnitt nicht überlebt. Heute entdeckt Housi im Vorbeigehen in einer Hotelhalle auf einmal einen Bruder von Frischi - Frischi zwei! Zwei ist aber viel aggressiver als sein älterer Bruder und schnappt nach allem, was man ihm an die Scheibe hält. Noch offen ist, ob wir die Ehrerbietungszeremonie für Frischi zwei ebenfalls einführen sollen... (Update 15.10.2011)

 


 

Auf Tempeltour

Viel Gold auf Wat Doi Sutheb

 

Schulkinder sammeln mit allerlei Akrobatik für neue Musikinstrumente

Khantoke - nordthailändisches Menü

Zu jedem meiner Chiang-Mai-Besuche gehört der Abstecher auf den Tempelberg zum Kloster Wat Doi Sutheb, das im Jahre 1383 errichtet worden ist. Eine Terrasse auf 1080m Höhe bietet einen bombastischen Blick auf die ganze Stadt mit 148 000 Einwohnern.

Im Jahre 1371 soll einem weissen Elefanten ein Teil einer Reliquie des Buddha auf den Rücken gebunden worden sein. Das frei gelassene Tier steuerte direkt den Berg Doi Suthep an; nach dreitägiger Wanderung gelangte es an einen Felsvorsprung, unter dem der Einsiedler Wasuthep lebte. Dort trompetete der Elefant dreimal, kniete nieder und verendete. Zweifelsfrei sollte hier der Platz sein, einen Tempel zu bauen, um die Reliquie zu verwahren. Eine schöne Legende.

Im Tempelvorhof versucht zurzeit eine Gruppe Schulkindern mit Tänzen zu traditioneller Musik und allerlei Akrobatik die Spendefreudigkeit der Tempelbesucher zu wecken: die Einnahmen sollen zur Beschaffung von Musikinstrumenten eingesetzt werden. Vielleicht auch eine Legende - ich traue beiden nicht so ganz...

Gegen Abend suchen wir einen Gourmet-Tempel in Chiang Mais Innenstadt auf, das traditonsreiche Restaurant Huen Phen an der Rachamankha Road 112. Für umgerechnet 11 Franken gibt's hier Khantoke, eine Platte mit typisch nordthailändischen Spezialitäten, zu futtern - für zwei Personen notabene! Dieses Menü besteht aus Schweinscurry im burmesischen Stil, scharfem Minzensalat, Pouletcurry mit Gemüsen, gebackenem Speck, Schweinswurst Huen Phen Style, dazu Klebreis und zum Schluss Bananen in warmer Kokosmilch. Kann ich wärmstens weiterempfehlen! Macht aber bei weitem nicht satt - jedenfalls nicht mich.

(Update 14.10.2011)

 


 

Swiss ist nicht Swiss - Fisch ist nicht Fisch

Langstreckenflüge sind wie Lotteriespielen: meistens zieht man Nieten! Die Maschine der Swiss ist brätschvoll und - überbucht. Bis zum Boarding kenne ich meine Sitznummer nicht, bin ein sogenannter Standby. Was mich extrem nervös macht. Danke Swiss! Habe ich dafür 1200 Stutz überwiesen für einen Direktflug? Das ist mir nicht mal bei Billig-Airlines passiert. Hätte ich doch lieber bei Turkish Airlines für 780 Franken gebucht! Was habt ihr Zürcher Geldsäcke nur aus der einst so stolzen Swissair gemacht! Danke Vreni Spörri und Co.! Und seit noch ungestraft aus diesem Schlamassel entwichen!

Nach 22stündiger Reisetortur erreiche ich in den Abendstunden Chiang Mai. Housi wartet verstohlen an einer Blumenrabatte, als ich im Taxi vorfahre. Ich habe mich angesichts der Reisestrapazen spontan entschieden, nicht ausserhalb der Stadt, sondern bei ihm im Star Hotel mitten im Chueche, wenigstens für diese Nacht, zu logieren. "Sawasdee-khrap Buddha!" "Sawasdee-khrap Bio!" Zum x-ten mal begrüssen wir uns nun in Thailand.

Nach flüchtigem Zimmerbezug sofort zum Night Bazar in ein Fischresti. Bestellen beide Seabrasse grilled in banana sheet. Das war vor 5 Monaten bei meinem letzten Thailand-Besuch der Renner für mich und Michel. Damals gabs nur Fisch aus Phuket. Jetzt plötzlich die Frage: "You like fish from Phuket or from river of this area?" Klar möchten wir Fisch von hier - frischer und ökologischer zudem, denken wir. Aber der vorgesetzte Fisch ist weniger würzig und leider - etwas pampig. Irgendwann werden wir dann doch noch wieder den Phuket Fish grillieren lassen - nur schon wegen der Vergleichsmöglichkeit. (Update 13.10.2011)

 


 

Soll ich - soll ich nicht? Folge 3

Die Meldungen in den Medien sind erschreckend: eine Hochwasserwalze bewegt sich nach heftigen Monsun-Regenfällern von Zentral-Thailand unaufhaltsam Richtung Bangkok und droht die Hauptstadt innert zwei, drei Tagen zu erreichen - und unter Wasser zu setzen! Was soll ich tun? Flug annullieren? Trotzdem fliegen? Am Morgen skype ich mit Housi, der offenbar in einem der letzten Busse, der noch nordwärts fahren konnte, Chiang Mai erreicht hat. "Hie schynt d Sunne - nüt vo Hochwasser! Chumm doch diräkt ufe." entschärft er die Lage. Eigentlich hatte ich geplant, vorerst in Bangkok zu bleiben und in der Zahnklinik meine Schnure richten und mich erst danach irgendwohin bringen zu lassen. Nach langem hin und her mache ich meine Hotelreservation in Bangkok aber rückgängig und buche einen Anschlussflug von Bangkok nach Chiang Mai.Natürlich bin ich nicht der einzige Farang mit dieser zündenden Idee: die Flugpreise sind unerwartet hoch, die Billig-Airline Asia Airline ist bereits ausgebucht! Ehrlich: Schmetterlinge flattern in meinem Bauch... (Update 12.10.2011)

 


 

Ein Buch von und für Sandra

Kurz vor meinem Abflug erledige ich noch allerletztes Zeugs im Büro - da bringt der DHL-Kurier ein Päckli für mich. Eigentlich erwarte ich gar nichts. Ich reisse das Kistchen auf - zum Vorschein kommen 5 Bücher, Belegexemplare vom Krimi meiner Arbeitskollegin Sandra Rutschi! Für ihr Buch durfte ich das Coverfoto machen, auch die Bilder, die an der Buchvernissage gezeigt werden. Dabei hat sie heute mittag auf Anfrage erklärt, sie wisse nichts genaues, ihr Buch müsse wohl jetzt im Druck sein.
So kommt es, dass ich vor ihr im Besitz des Buches bin und ihr das allererste Exemplar ihres Erstlings aushändigen kann. Sie ergreift es mit beiden Händen und sagt stolz: "Wow!" Stolz ist angebracht.

Unvergessen bleibt die Fuer der Suche nach einer passenden Scheewittchenfigur und die zwei Abende, an denen wir den Ort aussuchten, wo das Cover schliesslich entstehen sollte: im Schrebergarten Thormannmätteli, schliesslich spielt der Krimi ja auch dort. Erst beim zweiten Versuch treffen wir das ideale Dämmerlicht und die richtige Belichtung. Ich baue die Kamera auf einem "ausgeliehenen" Sack Dünger vor dem liegenden Schneewyttli auf, zupfe ein paar Gräser zurecht, positioniere den Gartenzwerg aus meinem Garten richtig. Dann verstecke ich mich neben dem Gartenhäuschen hinter einem Cheminee und gebe Sandra das Kommando, um den Verschluss der Kamera zu öffnen; während der Belichtungszeit blitze ich manuell gegen das Häuschen, während Sandra mit einer Taschenlampe mit vorgeschalteter Blaufolie in kreisenden Bewegungen während der langen Belichtungszeit das Schneewyttli beleuchtet.

Der Krimi ist übrigens im Nydegg-Verlag erschienen und sollte in den nächsten Tagen zu erwerben sein: Im Schrebergarten - Kriminalroman von Sandra Rutschi. (Update 10.10.2011)

 


 

 

Soll ich - soll ich nicht? Folge 2

Wieder die selbe Frage. Diesmal stellt sie sich im Buchantiquariat "Bücherwürmli" in Oberburg. Eigentlich habe ich da nur ein bisschen schneuggen wollen - da entdecke ich ein Buch, das ich jahrelang antiquarisch gesucht habe: "Ortschaften des eidgenössischen Freistaates Bern, 1838"! Sämtliche Seiten des sehr nützlichen Helfers für Genealogen gibt es unterdessen im Internet zum Downloaden. Alleine, der Besitz dieses Bandes wäre schon sehr speziell, angesichts der langen vergeblichen Suche danach. Hingegen was soll ich mit dem Schunken, wenn ich im Falle doch mal auswandere? Schliesslich kostet er satte 90 Stutz. Antiquar Peter Imhof war selber mal Genealoge und weiss um den Wert des Buches. Die ebenfalls anwesende Genealogin Camilla sagt mir, sie habe das Buch kürzlich in einem andern Laden für 35 Franken erworben, aber das sei ein absoluter Glücksfall gewesen. Also stelle ich das Buch wieder zurück ins Regal. Was will ich da Besitz anhäufen? Mitnehmen kann ich so oder so mal nichts. Mit leeren Händen verlasse ich das Lager und gönne mir wenigstens einen Kaffee um die Ecke. Aber das Buch lässt mich nicht los. Soll ich - soll ich nicht? Immer wieder höre ich Camillas Worte: "Kauf es doch, wenn Du es Dir schon so lange gewünscht hast!" Sie spielt das Teufelchen in meinem Ohr. Ich wende und fahre zurück, erliege und lege 90 Stutz auf den Ladentisch! Bireweich. Aber das Buch riecht unheimlich gut nach altem Ramsch. Und es ist ein wahres Meisterwerk der Typografie! 400 Seiten nur Tabellen. Nur ein ehemaliger Typograf, der noch im Bleisatz gearbeitet hat wie ich, kann beurteilen, was der Satz dieses Wälzers an Aufwand gekostet hat! Nach Durchblättern jeder Seite ziehe ich den Hut vor den Schriftsetzern von damals. (Update 9.10.2011)

 


 

Soll ich - soll ich nicht?

Der Finish meines Buches "Wylerhüsli" hat mich in letzter Zeit gestresst. Aber auch vieles andere eben. Das Mass ist voll - ich muss wieder mal weg! Seit Anfang Juni hatte ich nie mehr als zwei Tage am Stück frei. Soll ich - soll ich nicht? Kollege Housi nach Bangkok nachreisen? Nach tagelangem Abwägen und Zaudern buche ich heute den Flug Zürich-Bangkok! (Update 8.10.2011)

 


 

Das Ende naht

Die letzten Tage in Bangkok ging ich ruhig an, zwangsläufig. Sass im Hotel im 11. Stock meist an einem stillen Oertchen, das dann doch nicht so still war... Zählte zum Zeitvertreib die Keramikplättchen rundherum. Eine Magenverstimmung diesen Ausmasses möchte ich nicht nochmal durchleben. Nicht mal Immodium, längst abgelaufen zwar, zeigte durchgreifende Wirkung. Nun habe ich in einer Pharmacy diese furchterregenden bunten Thaikapseln erworben und eingeworfen - jetzt sollte ich einigermassen "dicht" sein für den Rückflug heute abend. Wegen diesem Umstand habe ich hier in Bangkok so vieles nicht erledigen können: Zahnarztsitzungen etwa oder endlich ein Besuch auf dem floating market. Was soll's, dann halt beim nächstenmal - Bangkok geht ja nicht schon übermorgen unter.

(Update 8.6.2011)

wc

Keramikplättchen zählen...

 

bkk

 ...und zwischendurch die Aussicht geniessen

 


 

Ein wahrlich beschissener Tag!

Der heutige Tag ist rasch erzählt: Ich verbringe ihn die meiste Zeit zusammengekrümmt, von Bauchkrämpfen geplagt im Bett. Habe gar nicht gewusst, dass ein Mensch so viel Sch... in sich haben kann! Jede halbe Stunde geht's von neuem los. Erst drei Immodium schaffen etwas Linderung. Auch Michel hat Pech: Er leiht sich im Hotel ein Velo, um zur Railway Station um die Ecke zu radeln und dort etwas kleines zu essen. Für die Rückfahrt, die normalerweise keine 5 Minuten dauern würde, wählt er eine andere Route - und verfährt sich natürlich prompt. Und das ohne Karte. Nach vier Stunden des Suchens kommt er völlig entkräftet und von den Abgasen der Tuktuks halb vergiftet wieder im Hotel an. Chiang Mai ist definitiv keine Stadt für Velofahrer! (Update 3.6.2011)

 


 

Grün soweit das Auge reicht

Heute gehts zum Doi Inthanon National Park, dem höchsten Berg Thailands mit 2565m üM. Es ist dort oben angenehm kühl. In den üppigen Wäldern sind hunderte von Vogelstimmen zu hören, sonst absolut kein Laut aus der Zivilisation. Ein Ort zum Geniessen eigentlich - wäre da nicht ein Problem: ich muss nämlich den Toiletten nach! Dabei gibt's für mich nichts widerlicheres als die doofen Thai-Stehscheissen ohne Papier... In unserem so ruhigen Hotel ausserhalb von Chiang Mai sind gestern 5 junge Euro-Affen aus England eingezogen. Die halbe Nacht haben die Radau gemacht. Sogar im Pool wird Bier gesoffen, gerülpst und herumkrakeelt. Wenn die bleiben, werde ich hier nicht alt. Wie ich doch dieses Dreckspack hasse! Auf dem Heimweg vom Nachtessen spricht mich ein Tuktuk-Fahrer an: "Whe a' u flom? Oh, swisselän! Vely nice county, vely small. Have flends in jermany, in Flängfööt, an si'te in belgiem, is mallied there - looklook!" Und hält mir stolz einen Schlüsselanhänger mit einer Miniausgabe des Atomiums unter die Nase. Klar will er uns seine Dienste anpreisen, aber nicht penetrant. Und plaudert mit Michel und mir weiter, nachdem wir ihm längst gesagt haben, dass unser private driver vorne an der Ecke wartet. Diese spontanen Kontakte sind typisch hier in Chiang Mai - und die lieben wir.

(Update 2.6.2011)

 

Wachiratan Waterfall

 


 

Seelenreise

Zwei Tage nun haben wir unsere Seelen einfach baumeln lassen. Haben uns auf das Wesentlichste beschränkt. Etwa gemeinsam gegessen. Viel diskutiert. Eine Bootsfahrt auf dem Ping River gemacht. Zwischendurch auch getrennte Wege gegangen. Michel hat zigmal den Pool durchschwommen, hat danach auf seinem iPad herum "getatscht" und die wichtigsten Infos für uns beschafft, Bananen und neue Schlarpen gekauft. Wir harmonieren gut zusammen, finde ich. Schliesslich spielen wir seit Jahren Tennis-Doppel miteinander, abwechslungsweise gegeneinander. Kennen unsere Stärken und Schwächen. Manchmal hätten wir unsere beiden anderen Tennis-Partner, Bruno und Otmar, gerne bei uns. Gestern habe ich einen 1200 Seiten dicken Wälzer von Ken Follett zu lesen begonnen und bin damit ins Mittelalter abgetaucht. Was war, die Schweiz etwa, ist momentan ganz weit weg...

(Update 1.6.2011)

Michel im Sammeltaxi

 

Einfach nichts tun - in einer Bambushängematte!

 


 

Elefantenfurz

elefant

Hoch zu Elefant

Eigentlich hätte ich's ja wissen müssen, dass mir sowas nicht behagt, denn ich habe das vor 20 Jahren schon mal über mich ergehen lassen. Trotzdem lasse ich mich von Michel zu einem Elefantenritt überreden. Die Stunde wird zur Ewigkeit. Dickhäuter sind schlechte Nahrungsverwerter und stopfen täglich an die 200 kg in sich hinein, weshalb sie fast dauernd am Fressen sind. Kaum eine Bambusstaude lässt der Koloss unbeachtet stehen und schwingt uns im steilen, unwegsamen Gelände durch eine Schlucht mit seiner Fressgier gefährlich über den Abgrund. Wir leiden Qualen, denn die Schaukelei strapaziert Magen und Rücken extrem. Zudem furzt das Viech dauernd ganz abscheulich - gigantisch, wie lange Elefantenfürze dröhnen!

(Update 30.05.2011)

 


 

Weiteres Kollegentreffen - diesmal in Chiang Mai

tanz

Prozession auf den Strassen von Chiang Mai

Eine Empfangsdelegation erwartet mich heute nachmittag am Flughafen von Chiang Mai: mein langjähriger Tennis-Doppel-Partner Michel und der Chauffeur des Rainforest Boutique Hotels. Dieses Treffen haben wir ganz kurzfristig realisiert, weil sich Michel erst vor wenigen Tagen spontan entschlossen hat, die Stadt im Norden Thailands zu erkunden. Gerade wohl deshalb ist die Freude über das Zustandekommen des Meeting um so grösser. Im Rainforrest leisten sich beide je eine dufte Zwei-Zimmer-Suite. Auf dem Weg vom Hotel in die Innenstadt geraten wir mitten in eine Prozession, denn hier findet irgendein religiöses Fest statt: überall wird geräuchert, getrommelt, gegessen, gespendet, gemurmelt und gebetet. Ich wüsste gerne mehr über all die Symbolik. Ein heftiger Platzregen lässt uns zu einer Fussmassage flüchten, meiner ersten Massage überhaupt in diesen Ferien.

(Update 29.05.2011)


 

Kulinarischer Fehltritt?

Für mich ist Ehrensache, dass ich mich in Thailand mit einheimischer Kost verpflege, manchmal halt "not so spicy". Wenn ich aber auf Koh Samui bin, weiche ich jedesmal von diesem Pfad der Tugend ab und leiste mir eine Thairösti! Die gibt's in Richus Röstiland zu schlemmen. So sicher wie das Amen in der Kirche lasse ich mir von Richu, dem ausgewanderten Heimberger, und seiner Frau Nok diese Leckerei zubereiten: Rösti mit allerlei Gemüse, Knoblauch und Chillischoten angereichert. Den Richu kenne ich schon sehr lange: vor Jahrzehnten habe ich ihn als Torhüter des FC Heimberg fotografiert. In dieser Zeit hat das Mondkalb mal einen Rekord im Baumsitzen aufgestellt - eine ganze Woche ist er auf einem Ast sitzen geblieben, die Berner Nachrichten berichteten in Bild und Wort täglich auf der letzten Seite darüber. Später hat der Richu dann auch noch wegen einer verlorenen Wette auf einem Kinderdreirad um den Thunersee radeln müssen... (Update 28.05.2011)

Richus Röstiland Thairösti

 

Thairösti


 

Wylergiele

wylergiele

Schwelgen in Erinnerungen: Nestor Stucki und Röfe Feller

Heute vormittag führe ich eines

meiner allerletzten Interviews für mein Buchprojekt "Wylerhüsli", im Spätsommer muss das Buch in Druck gehen! Ich bin extrem nervös, als ich auf Tom's Bakery in Lamai Beach auf Koh Samui zuschreite. Die Situation könnte schräger nicht sein: Um 10 Uhr erwartet mich dort Röfe Feller. Er hat sich vor 3 Monaten auf einen Aufruf hin gemeldet, weil ich Augenzeugen gesucht habe, die noch etwas über die legendäre Wohnsiedlung im Berner Wylerfeld erzählen können. Er hat damals nicht geschnallt, dass wir beide einmal Tür an Tür gewohnt haben. Wohl 1970 haben wir uns zum letztenmal gesehen. Ich erkenne ihn sofort, an den Augen, an der Kopfform. Röfe wohnt teils in Bern, teils auf Koh Samui in Thailand. Eingefädelt hat dieses Treffen ein anderer Wylergiel, Nestor Stucki, der nun schon seit 13 Jahren auf Koh Samui sesshaft ist. Bis in den Nachmittag hinein plaudern wir über die Wylerhüsli. Zum Schluss steht Nestu auf und stimmt das Wylergiele-Lied an: "Im Wylerwäudu sy Tanne no chrumm..." Röfe steht auf und geht. Ich bleibe sitzen, singe aber nicht mit...
(Update 27.05.2011)

 


 

Blindes Huhn
Mein letzter Abend auf Koh Chang endet beinahe mit einer Tragödie: Abends spät will ich noch den letzten Eintrag auf dieser Website aufschalten gehe deshalb um Mitternacht zur Reception hoch, weil das W-Lan nicht bis hinunter an die Bungalows am Meer reicht. In der dunklen, verlassenen Beiz lade ich das Zeugs auf den FTP-Server, als ich plötzlich auf dem Laptop sehe, dass mein Sohn Erik online ist. Hastig und erfreut skype ich ihn an - und er nimmt ab. "Ich kann dich nicht sehen, sitzt du eigentlich im Dunkeln, du Hose?" Erst jetzt bemerke ich, dass meine Laptop-Kamera unmöglich etwas abbilden kann in dieser Finsternis. Also eile ich sofort nach vorn ans Desk, wo noch eine schwache Notbeleuchtung schummert. Nun kann Rik mich sehen. Nach dem Videogespräch und dessen Abbruch stelle ich fest: Wo ist meine Brille? Ich bin doch nicht etwa ohne sie hochgekommen? Hätte ja gar nichts gesehen. Liegt sie vielleicht auf dem Tisch in der finstren Ecke hinten? Negativ. Ist sie vielleicht doch noch unten im Bungalow? Runter - nichts! Verdammt, WO IST MEINE BRILLE! Wieder hoch zur verlassenen Beiz, die ich nun systematisch abtasten muss, denn sehen kann ich wirklich nichts, und einen Lichtschalter kann mein Tastsinn nicht ausmachen. Ich versuche mir auszumahlen, wie die nächsten Tage wohl werden könnten ganz ohne Brille. In Thailand sind Brillen zwar billig zu haben, aber Spezialgläser müssen alle in Bangkok bestellt werden. Nach einstündiger Suche trete ich neben einem Tisch mit dem nackten Fuss auf etwas Knirschendes: MEINE BRILLE! Aber sie ist - oh Wunder - unversehrt. Die Ferien sind gerettet.
Bis jetzt waren meine ersten 6 Tage in Thailand "loosing holidays": In Bangkok habe ich in aller Eile bei der Weiterreise 32 Landjäger im Hotelfrigo liegenlassen, die eigentlich als Mitbringsel für meine Kollegen auf Koh Samui gedacht waren, habe den Zahlencode für den Hotelsafe vergessen (ich benutze seit Jahren denselben für diese genormten Dinger!) und den Tresor nach drei Fehlversuchen "vernagelt", in Koh Chang habe ich mich zweimal selber aus dem Bungalow geschlossen! Mal sehen, was in Koh Samui noch alles schiefgeht...
(Update 25.05.2011)

 



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Blick auf Koh Man Nai an der Westküste von Koh Chang.

 

Aufbruch

Morgen werde ich Koh Chang Richtung Airport Trat verlassen. Endlich ist die direkte Fluglinie von Trat nach Koh Samui in Betrieb, auf die Housi und ich schon lange gewartet haben! Apropos Housi: mein mehrfacher Thailand-Begleiter fehlt mir schon ein bisschen, sogar seine schelmischen Albernheiten. Stattdessen hackt der Depp Holz und fängt Pferde ein auf der Lodge von Hans Wittwer in den einsamen Wäldern fernab von Vancouver und friert sich dabei Arsch und Finger ab. Freiwillig! Säubertschuld!!
(Update 24.05.2011)

 


 

Wale wird angefressen!

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Wale taucht Füsse und Hände ins Aquarium - die Fischchen haben ihn zum Knabbern gern!

Wale Dietrich ist ein Geniesser von Massagen, das ist bekannt. Heute unterzieht er sich nun einer Fischmassage. Tierschützer können aber durchatmen: auch Wales Füsse werden vorher feinsäuberlich gewaschen!
Die Fischmassage ist in Südostasien sehr verbreitet. Die wirbligen Fischchen saugen dabei abgestorbene Hautschuppen weg und sorgen dadurch für feinere Haut. Fisch-Spa soll die Durchblutung anregen, zudem vorbeugend wirken gegen Ekzeme, Psoriasis und Dermatitis, soll Akkupunktur-Punkte stimulieren, den Körper entspannen, das Nervensystem modulieren. So preist jedenfalls ein Schild vor dem Laden den Dienst der Fischchen an.
Also, mich hat die Kitzlerei, dieses aufdringliche Gramüüsele an den Füssen, wohl eher etwas aufgeregt, als ich mir den Luxus mal aus purer Neugier in Kamdodscha geleistet habe. 15 Minuten kosten in Koh Chang 150 Baht (zirka 5 Stutz) und sind relativ teuer. Teurer jedenfalls als die Coiffeuse, die mich gestern geschehrt hat - und die hat nicht den schlechteren Job als der gute François in Bern gemacht! Allerdings würde ich es von Fränzu nicht haben wollen, wenn er sich alle zwei Minuten entschuldigen würde: "Soly Papa, make quickly! Me have no Ai'condiss'on. Me vely, vely soly, Boss!" Ich habe nämlich unter dem schwarzen Kunstfaser-Umhang geschwitzt wie eine Sau. Und Fränzu: Sag mir niemals - NIEMALS - Papa! Ok? Und schon gar nicht Boss. Dann komm ich gerne auch wieder zu dir.
(Update 24.05.2011)

 


 

laptop

So lässt sich's arbeiten.

 

Saubere Büetz!
Heute habe ich den ganzen Tag gearbeitet und das Mitteilungsblatt der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Bern GHGB fast ganz auf den Schlitten gebracht. Unter Palmen zu Meeresrauschen am Laptop zu arbeiten ist schon eine famose Sache!
Kurz vor meiner Abreise hat mich übrigens ein Brief der Kulturabteilung der Stadt Bern erreicht: KulturStadtBern beteiligt sich mit einem ansprechenden Beitrag an meinem Buchprojekt "Wylerhüsli"! Das ist neben der BEKB|BCBE Breitenrain nun schon der zweite Sponsor, der ins Boot steigt. Auch der Kanton Bern hat sich vor wenigen Tagen per Mail gemeldet. Man wundert sich aber, dass ich das Buch im Eigenverlag herausbringen möchte. Ich werde den Leuten nach meiner Rückkehr erklären müssen, dass die Menschheit ja nicht gerade auf dieses Werk gewartet hat, der Abnehmerkreis sehr klein und deshalb für einen Verlag völlig uninteressant sein wird...
(Update 24.05.2011)

 


 

Süppli für Daniela

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Leckeres Tom Yum.

 

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Auf dem gut 200m langen Pier von Salak Phet. (Bild wdi)

Wie jedesmal nehme ich traditionsgemäss zu Beginn meiner Thailand-Aufenthalte ein Süppli auf meine Arbeitskollegin Daniela - diesmal hat's ein wenig länger gedauert, aber es war dafür ein ganz besonders feines Tom Yum mit Nudeln und Fisch, gegart in einem kleinen Beizli an der Landstrasse zur andern Seite von Koh Chang. Und ich habe Nudeln und Fisch ganz artig mit den Stäbchen gegessen - jawohl!
(Update 23.05.2011)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Befürchtungen bestätigen sich

thermo

Wale taucht sein Mitbringsel - einen Badetermometer - ein.

Ernüchterung heute nachmittag am einst so einsamen und sauberen Kong Kai Beach: auch da hat der Tourismus seine tiefen, garstigen Spuren hinterlassen! Der lange Sandstrand ist vom White Sand Beach, quasi der Metropole Koh Changs, in einer halsbrecherischen einstündigen Motorbikefahrt zu erreichen und ist wohl nur Insidern bekannt - glaubte ich zumindest bis heute! Nun liegt überall Abfall, ob angeschwemmt oder vom rücksichtslosen Touristenpack am Ort deponiert, ist schwer auszumachen, ändert auch nichts an der Tatsache, dass auch dieser paradiesische Flecken Erde wohl bis auf weiteres zerstört ist.
Und noch was erfahre ich heute: Es gibt nichts, was es nicht gibt: da reist doch einer mit dem Badetermometer im Gepäck nach Thailand: Wale Dietrich! Dank seiner Vorsorge weiss ich nun, dass das Wasser in der Bucht 32 Grad gewesen wäre... Genützt hat's mir nichts, denn der herumliegende Dreck hat mich davon abgehalten, hier einen "Bädu zu zwicken"
(Update 22.05.2011)

 


 

plaloma

Traumhafter Ausblick von der Terrasse "meines" Bungalows aus.

 

Koh Chang
Nach einer gut fünfstündigen Busfahrt und der 20minütigen Ueberfahrt mit der Fähre bin ich soeben auf Koh Chang gestrandet. Das Plaloma Cliff Resort liegt direkt am Meer, am südlichen Ende des White Sand Beach. Koh Chang, wegen ihrer Form die Elefanteninsel genannt, liegt an der thailändisch-kambodschanischen Küste, ist zurzeit noch ein kleines Paradies, nicht allzu touristisch. Das kann sich aber rasch ändern - leider. Ich bin schon erschrocken, wieviel sich seit meinem letzten Besuch vor 2 Jahren verändert hat! Trotzdem: Das Innere des Eilandes ist sehr gebirgig, völlig bewaldet und unwegsam; diesem Wald sagt man nach, dass es der intakteste Tropenwald Südostasiens sei. Hier treffe ich den nächsten Fotografen-Kollegen, Wale Dietrich. Er hat extra sein Reiseprogramm umgestellt und ist heute morgen früh in Chiang May abgeflogen, um mir hier zu begegnen.
(Update 21.05.2011)

 


 

Treffen mit Pius in Bangkok

pius

Auf einer Passerelle über der Sukhumvit

Nach einem wahren Schüttelflug (über dem Kaukasus scheint es als würde der Teufel das Flugzeug der Swiss reiten!) treffe ich nachmittags in Bangkok ein. Trotz der extremen Turbulenzen ist mir noch nie ein Direktflug Zürich-Bangkok so kurz vorgekommen. Kaum im Hotel rufe ich Pius Koller, den Fotografen aus Grosswangen, an. Er weilt schon ein paar Tage hier und hat sich die Zähne flicken lassen. Um 18 Uhr fährt er mit dem Taxi vor, weil es soeben wie aus Kübeln gegossen hat. Zu Fuss gehen wir zum sehr versteckten "Suda Restaurant" bei der Skytrain-Station Asok an der Sukhumvit. Ich kann Pius zu meiner Leibspeise - Chicken in Bananenblätter eingewickelt und gebraten, dazu Wasserspinat (Morning Glory) und Reis - überreden. Er, der sonst nie Thaifood isst, ist begeistert! Das anschliessende Erinnerungsbild auf einer Passerelle über der stets stark befahrenen Sukhumvit wird zur Geduldsprobe, weil die Sony Nex 5 zuerst immer auf den Hintergrund scharfstellt. Erst als die Gesichtserkennung eingeschaltet ist, gelingts. Erstaunlich, wie das kleine Ding mit dem vorhandenen schwachen Licht umgehen kann. Ein zufällig vorbeigehendes Thaimädchen überreden wir zum Fotografieren, völlig verdattert drückt es auf den Auslöser.
Pius fliegt morgen früh um 6 nach Bali weiter. Es ist ja schon verrückt: da müssen wir über 9000km fliegen um endlich einmal gemeinsam Znacht zu essen - in der Schweiz haben wir das nämlich noch nie geschafft!
(Update 19.05.2011)

 


 

U90 - es ist vollbracht!waage-3
Als ich am 6. November 2010 nach 4 Wochen Asienaufenthalt dem Flugzeug entsteige und daheim als erstes auf die Waage trete, bin ich trotz übler Vorahnung geschockt: 116,1kg! Dabei habe ich es wochenlang, monatelang gefühlt, dass ich schlicht zu fett geworden bin. Deshalb schwöre ich noch in Thailand meinem Reisekumpel Housi während zwei, drei Bier und einer Stange Pringles und einem Beutel Mixed Nuts: Wenn ich zurück in der Schweiz bin, esse ich noch ein allerletztes Fondue und trinke dazu Campari und Weissen wie es bei mir freitags seit Jahren der Brauch ist, aber dann ist fertig mit Alkohol und Fondue! Und wenn Du im Januar zurück in die Schweiz kommst, bin ich UHU (unter hundert). Dann essen wir dann wieder zusammen ein Fondue. Housi lacht mich aus: "Das schaffst du nie ohne Alk!" Ende Januar kommt Housi retour; drei Tage vorher bin ich erstmals UHU, unter hundert Kilo. Wir kredenzen zusammen mit Guy ein Fondue mit Weisswein - für mich aber nur Fondue ohne Wein...
Teilziel erreicht. Wie weiter? Am 8. Mai 2011, 6 Monate nach Beginn meiner Kur will ich unter 90 kg sein. Aber die Gewichtsabnahme erfolgt nur noch Grammweise, es ist zum Verzweifeln. Tage vor Ablauf des Ultimatums entschliesse ich mich zur Radikalkur: Nahrungsverweigerung, Null-Diät. Die ersten 3 Tage schleppen sich dahin, aber sie vergehen mit Magenknurren, Kaffee, Mineralwasser und pro Tag 2 Dezi fettfreier Bouillon. Am vierten Tag drohe ich zusammenzubrechen, gerate in eine Unterzuckerung. Das hätte ich eigentlich wissen müssen! Als Diabetiker 2 fresse ich ja täglich Medis, die den Zucker im Körper abbauen sollen. Da ich aber keinen Zucker mehr zuführe, gehen die Medis ans Eingemachte: Als ob ich auf einem LSD-Tripp reite - fühle all meine Knochen, meine Augenhöhlen, den Schädel. Flash total, aber beängstigend!!! Nachdem ich drei Traubenzückerchen einwerfe, funktioniert die Maschine wieder, kann meinen Job ausführen.
Nun, fast exakt nach einem halben Jahr (genau 2 Tage zu früh), reisse ich die 90er-Grenze! Dank Disziplin, Trennkost, Verzicht auf Alkohol und Süsses, Häppchen zwischendurch. Deshalb gönne ich mir nun Ferien. Demnächst mehr auf dieser Seite.
(Update 9.5.2011)

 



Kuki ist erlöst worden
Heute morgen um 9.30 Uhr hat Ueli Kocher sterben können. Obwohl sein Tod nicht überraschend kommt und wir ihn ihm in der Endphase seiner Leidenszeit gewünscht haben, macht er mich betroffen.
Kuki war jahrzehntelang ein treuer Weggefährte, den ich gut mochte. Wenn ich ihn während all der Jahre jeweils donnerstags angerufen habe, um ihm Fotoaufträge zu geben und etwa gefragt habe: "Chasch am Sunntig morge am zähni öppis mache?", kam nie zuerst die Gegenfrage "Was isch es?". Er hat alle Jobs angenommen und pflichtbewusst ausgeführt. Das habe ich unter anderem an ihm geschätzt.
Kuki, ich danke Dir für alles. Gerade während der letzten Zeit hast Du mir viel gegeben, ich habe Dich bewundert, wie Du Dein schweres Schicksal stets mit einer Prise Humor angenommen hast. Ich wünsche Dir eine gute Reise und würde Dich gerne irgendwann wieder sehen. In der Zwischenzeit werde ich Deine Sammlung historischer Kameras, die Du mir vor Deiner Krankheit in Obhut gegeben hast, in Ehren halten.
(Update 19.3.2011, 15.35 Uhr)

 


 

"Der Kukeli git nid uf!"
Heute will ich Ueli Kocher im Inselspital auf R 108 besuchen, doch sein Platz im Zimmer ist leer. Er sei an der Dialyse im Kinderspital, teilt man mir mit. Aber ich könne ihn dort aufsuchen.
Er winkt mir schon von weitem, als ich durch den langen Gang gegen das offene Dialyse-Zimmer zugehe. Er erzählt von grausamen Schmerzen in den Beinen, wie Messerstiche, unmittelbar nach dem Rückenmarkinfarkt letzte Woche, der ihn von den Hüften abwärts gelähmt hat. Und dann sagt er es mit leiser Stimme, aber leuchtenden Augen: "Der Kukeli git nid uf!" Erzählt, was er noch vorhabe. Dass er in den nächsten Tagen nicht nach Tschugg, sondern wahrscheinlich ins Loryspital verlegt werde. Und erzählt von einem gemeinsamen Erlebnis, das ich längst vergessen habe: dass ich ihn vor einem YB-Match ausgelacht habe, weil er mit einem grossen Schirm erschienen sei, mich aber in der zweiten Halbzeit unter sein Dach geflüchtet und wie eine Verliebte an ihn geschmiegt habe, als der grosse Regen losgebrochen ist.
Ab sofort werde ich hier keine News mehr über Kukis Befinden veröffentlichen - schaut bitte auf www.kukinews.wordpress.com nach, wenn Ihr mehr wissen wollt wie es ihm geht; diesen Blog hat seine Tochter Melanie eingerichtet.
(Update 14.2.2011, 19.32 Uhr)

 


 

Nachricht von Kuki
Heute erreicht mich ein SMS von Ueli Kocher selbst geschrieben: "Hoi Resu. Kann besucht werden. Insel bis nächste Woche. Kuki" Das macht Freude, das gibt Zuversicht.
(Update 13.2.2011, 22.30 Uhr)

 


 

Niederschmetterndes SMS
Heute abend erhalte ich ein SMS von Ueli Kochers Handy aus: "Ich schreibe im Namen von Kuki: Er ist momentan im Spital, er ist gelähmt und wird es bleiben. Er hatte einen Rückenmarkinfarkt." Kuki bleibt wahrlich nichts erspart!
(Update 10.2.2011, 20.30 Uhr)

 


 

Ueli Kocher erholt sich
Frohe Kunde: Seit letzten Dienstag, 1.2.11. weilt Kuki in Heiligenschwendi zur Rehabilitierung und erholt sich langsam von den Strapazen. Zweimal wöchentlich muss er allerdings zur Dialyse nach Bern gefahren werden.
(Update 7.2.2011)

 


 

Teilziel nach 81 Tagen erreicht: UHU!

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7. November 2010

27. Januar 2011

 


 

Kuki geht es besser!
Heute habe ich endlich Ueli Kocher wieder mal besuchen können. Er hat zwar geschlafen als ich an sein Bett getreten bin, aber die Schwester hat ihn dann geweckt, weil sie im ein Medikament hat verabreichen wollen. Ansonsten sind keine Schläuche mehr gesteckt - es geht ihm wirklich etwas besser! Zweimal ist er am Herzen operiert worden. Nach der ersten Operation hat er einen Herzstillstand erlitten. Kuki beschreibt das - mit schwacher Stimme zwar - sehr direkt: "I bi scho uf der Chischte ghocket, aber si hei mi wieder zrügg ghout!" Jeden zweiten Tag muss er an die Dialyse. Auch die Gallenblase macht immer noch Schwierigkeiten. Aber Kuki hat mir zum Abschied gesagt: "I chume wieder zrügg!" Er liegt im Zimmer R 108 des Inselspitals und kann besucht werden - am besten nachmittags.
(Update 21.1.2011)

 



Endlich: erfreuliche Meldung von Kuki
Vor ein paar Minuten hat mich ein SMS von Melanie, seiner Tochter, erreicht: Ueli Kocher geht es etwas besser. Er liegt nun nicht mehr auf der Intensivstation! Ab sofort kann er wieder besucht werden, allerdings mit dem nötigen Respekt und nicht zu lange - er ist immer noch sehr schwach. Ich habe mich extrem über dieses SMS gefreut.
(Update 10.1.2011, 21.33 Uhr)

 



Kuki kämpft
Eine schlechte und eine gute Nachricht von Ueli Kocher: Nachdem er letzten Dienstag (28.12.2010) einen Herzstillstand erlitten hat, geht es ihm nun etwas besser, sein Befinden hat sich stabilisiert. Jedoch liegt er weiterhin auf der Intensivstation des Inselspitals und kann nur von den nächsten Angehörigen besucht werden. Die so dringende Herzoperation ist weiterhin aufgeschoben.
(Update 2.1.2010, 19.25 Uhr)

 



Kunde von Kuki
Wegen einer Blutvergiftung konnte die Operation in geplanter Form nicht stattfinden. Dafür hat das Aerzteteam Stents (Gefäss-Stützen) in Kukis Herz eingesetzt, die vorübergehend eine stabilisierende Wirkung zeigen. Deshalb geht es ihm ein ganz klein wenig besser, sein Zustand ist stabil, aber er braucht weiterhin intensive Pflege und kann nur von Familienangehörigen besucht werden.
(Update 27.12.2010)

 



Kuki geht es schlecht
Sportfotograf Ueli "Kuki" Kocher liegt nun schon seit fast 14 Tagen im Inselspital. Eigentlich hätte er sich vor Tagen einer Herz-, Aorta- und Halsschlagader-Operation unterziehen sollen. Eine akute Gallenblasen-Entzündung machte eine sofortige Einlieferung ins Spital nötig. Künstliche Ernährung folgte. Tag für Tag tauchten neue Probleme in Kukis Körper auf: die Nieren arbeiten kaum mehr, im Magen entdeckten die Aerzte ein Loch, seine Lunge musste von Wasser abgesaugt werden! Am vergangenen Freitag hat Kuki zu allem Uebel noch einen Herzinfarkt erlitten. Seither liegt er nun auf der Intensivstation und kann bis auf weiteres nicht mehr besucht werden.
Es geht ihm schlecht. Zwar erhält er starke Medis, die ihm sein Leiden etwas erträglicher machen sollen. Schmerzen verspüre er nach eigenen Angaben zurzeit nicht. Hingegen falle ihm das Atmen sehr schwer, hat mir seine Tochter Melanie gestern erzählt.
Am Donnerstag wollen die Aerzte Kuki am Herzen operieren, weil die Zeit drängt. Wir können ihm lediglich viele gute Gedanken schicken, fest an ihn denken und hoffen, dass es ihm bald wieder besser geht.
(Update 22.12.2010)

 


 

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